ERP-Integration
Shopify Dynamics AX Integration
AX im Kern. Shopify an der Front.
Für Unternehmen mit einer etablierten Dynamics-AX-Installation, die einen eigenen D2C-Kanal aufbauen, ohne die ERP-Prozesse neu zu verhandeln.
Wann sich die Kombination lohnt
Dynamics AX steht meist in größeren Häusern mit mehreren Gesellschaften, Sprachen und Lagerorten. Der Shop ist dort selten das Leitsystem, sondern ein Kanal unter mehreren. Genau deshalb lohnt sich Shopify: Der Verkaufskanal lässt sich schnell bewegen, während die ERP-Prozesse ihre eigene, langsamere Taktung behalten.
Die Herausforderung liegt weniger in der Technik als im Umfang. AX bildet Preisfindung, Rabattstaffeln, Lagerdimensionen und Mandanten sehr differenziert ab. Ein Shop braucht davon nur einen Ausschnitt. Die eigentliche Arbeit besteht darin, diesen Ausschnitt zu definieren, statt das ERP-Modell eins zu eins in Shopify nachzubauen.
Welche Objekte synchronisieren in welche Richtung
Bei mehreren Gesellschaften kommt zu jedem Objekt eine zweite Frage dazu: Welche Gesellschaft und welcher Lagerort gelten für diesen Shop?
| Objekt | Richtung | Führendes System | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Artikel | → Shopify | Dynamics AX | Freigegebene Produkte je Gesellschaft, mit Dimensionen als Shopify-Varianten. |
| Bestand | → Shopify | Dynamics AX | Je Lagerort, gerechnet als verfügbare Menge statt physischem Bestand. |
| Preise | → Shopify | Dynamics AX | Handelsvereinbarungen sind mächtiger als Shopify-Preise — nur ein definierter Ausschnitt geht in den Shop. |
| Aufträge | Shopify → | Shopify | Shopify legt an, AX übernimmt als Verkaufsauftrag der zuständigen Gesellschaft. |
| Kunden | ↔ beidseitig | Geteilt je Feld | Anlage im Shop, Kundennummer und Zuordnung in AX. |
| Lieferungen | → Shopify | Dynamics AX | Lieferschein aus AX, Tracking zurück an den Shopify-Auftrag. |
| Gutschriften | → Shopify | Dynamics AX | Gutschrift und Retourenauftrag in AX, Rückerstattung über Shopify. |
Welches Integrationsmuster trägt
AX-Dienste über eine Integrationsschicht
AX stellt Geschäftslogik über Dienste bereit, die sich von außen aufrufen lassen. Direkt aus Shopify heraus ist das keine gute Idee — dazwischen gehört eine Schicht, die Formate übersetzt, Aufrufe drosselt und Fehler auffängt.
iPaaS mit Enterprise-Anbindung
Für Häuser mit mehreren Kanälen und Systemen ist eine Integrationsplattform der pragmatische Weg. Sie bringt Protokollierung, Rollen und Betriebsprozesse mit, die im Enterprise-Umfeld ohnehin gefordert werden.
Eigene Middleware
Der übliche Weg bei stark angepasstem AX. Ein eigener Dienst hält das Shop-Modell schlank und bündelt die Übersetzung an einer Stelle. Das zahlt sich spätestens beim Umstieg auf Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management aus.
Typische Fallstricke
Lagerdimensionen
AX kennt Standort, Lagerplatz, Charge und mehr. Shopify kennt Locations. Welche Dimensionen der Shop überhaupt sehen soll, muss vorher entschieden werden — sonst entsteht ein Bestand, den niemand erklären kann.
Preisfindung nachbauen
Handelsvereinbarungen mit Staffeln, Kundengruppen und Zeiträumen lassen sich in Shopify nicht vollständig abbilden. Der Versuch endet in einer zweiten Preislogik im Shop, die irgendwann von der ersten abweicht.
Mehrere Gesellschaften in einem Shop
Sobald ein Store Umsätze mehrerer Gesellschaften erzeugt, braucht jeder Auftrag eine eindeutige Zuordnung. Diese Regel gehört in die Integration, nicht in eine Excel-Liste im Kundenservice.
FAQ
Häufige Fragen
Kann Shopify direkt mit Dynamics AX sprechen?
Technisch lassen sich AX-Dienste von außen aufrufen, aber ohne Zwischenschicht ist das fragil. Fehlerbehandlung, Wiederholläufe, Formatübersetzung und Lastbegrenzung gehören in eine eigene Integrationsschicht — sonst hängt der Shop direkt an der ERP-Verfügbarkeit.
Wie geht die Integration mit mehreren Gesellschaften um?
Jeder Auftrag braucht eine eindeutige Zuordnung zu Gesellschaft und Lagerort. Üblich ist eine Regel je Markt oder Store. Ohne diese Festlegung landen Belege in der falschen Buchungskreis-Logik, und die Korrektur ist im Nachhinein aufwendig.
Sollten wir vor dem Shop auf Dynamics 365 wechseln?
Nicht zwingend. Wenn die Integration als eigene Schicht gebaut ist, bleibt der Shop von einem späteren ERP-Wechsel weitgehend unberührt. Umgekehrt sollte ein laufendes Migrationsprojekt den Shop-Launch nicht blockieren — beide Zeitpläne lassen sich entkoppeln.
Welche Preise gehören in den Shop?
Nur der Ausschnitt, den der Shop wirklich braucht: der Verkaufspreis für die relevanten Kundengruppen. Komplexe Handelsvereinbarungen bleiben in AX. Für B2B-Konditionen führt der Weg über Shopify-Kataloge und Preislisten, nicht über den Standardpreis.
Wie oft muss der Bestand aktualisiert werden?
So oft, dass Überverkäufe unwahrscheinlich bleiben. In der Praxis heißt das kurze Intervalle oder ereignisgesteuerte Updates für schnelldrehende Artikel, plus einen nächtlichen Vollabgleich als Sicherheitsnetz. Sicherheitsbestände federn den Rest ab.
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