Plattform-Vergleich

    Plattform-Vergleich

    Shopify vs. Adobe Commerce (Magento)

    Aktualisiert

    Adobe Commerce gibt Dir volle Kontrolle über Datenmodell und Geschäftslogik. Shopify nimmt Dir Betrieb und Updates ab. Hier steht, wann welcher Weg trägt.

    Die kurze Antwort

    Shopify passt, wenn Du Standardprozesse schnell live bringen willst und Betrieb, Updates und Lastspitzen nicht selbst verantworten möchtest. Adobe Commerce passt, wenn Dein Geschäft Logik verlangt, die kein Standard abbildet: tiefe B2B-Prozesse mit Angebotsverhandlung, verschachtelte Store-Hierarchien über viele Länder und Marken, volle Hoheit über das Datenmodell. Die Entscheidung fällt zwischen Kontrolle und Betriebslast, nicht zwischen zwei Funktionslisten.

    Wann Shopify die richtige Wahl ist

    • Du willst neue Märkte, Marken oder Storefronts in Wochen starten statt in Quartalen.
    • Dein Team soll Inhalte, Preise und Aktionen ohne Entwickler ändern können.
    • Checkout, PCI-Scope, Hosting und Peak-Last sollen ausdrücklich nicht in Deiner Verantwortung liegen.
    • Du kaufst Funktionen lieber als App ein, statt sie selbst zu bauen und dauerhaft zu warten.
    • Dein B2B-Geschäft läuft über feste Kundenpreise, Firmenkonten und Zahlungsziele, nicht über Angebotsverhandlung.

    Wann Adobe Commerce die bessere Wahl ist

    • Dein B2B-Geschäft braucht natives Angebotswesen, Bestelllisten, Kontingente und mehrstufige Einkäuferrollen ohne Zusatzsoftware.
    • Du führst viele Marken und Länder in einer Hierarchie aus Websites, Stores und Store-Views mit eigener Katalog- und Preislogik.
    • Deine Geschäftslogik weicht so weit vom Standard ab, dass Du Datenmodell und Bestellprozess auf Code-Ebene kontrollieren musst.
    • Du arbeitest bereits mit Adobe Experience Manager, Analytics oder Target und willst diese Integration nicht aufgeben.
    • Interne Vorgaben verlangen, dass Applikation und Daten in einer von Dir bestimmten Umgebung laufen.

    Shopify und Adobe Commerce im direkten Vergleich

    Acht Dimensionen, an denen die Entscheidung im Mittelstand tatsächlich hängt. Keine Preisangaben, weil sich Tarife und Lizenzstaffeln ändern, ohne dass diese Seite es merkt.

    KriteriumShopifyAdobe Commerce
    Betriebsmodell & HostingGehostetes Produkt. Infrastruktur, Checkout und Plattform-Updates liegen beim Anbieter, nicht bei Deinem Team.Lizenzierte Anwendung. Auch in der verwalteten Cloud bleibt der Applikationsbetrieb bei Dir oder Deinem Partner.
    Laufende KostenAbonnement plus Zahlungs- und Transaktionsgebühren plus Apps. Hosting und Skalierung sind enthalten.Lizenz nach Umsatzstaffel plus Hosting plus dauerhaftes Entwicklungsbudget für Updates und Erweiterungen.
    ErweiterbarkeitErweiterung außen herum: Apps, Functions, Metafelder, APIs. Der Plattformkern bleibt unveränderbar.Eingriff bis in den Kern: eigene Entitäten, ersetzte Preislogik, umgebauter Bestellprozess.
    B2BFirmenprofile, zugeordnete Preiskataloge, Zahlungsziele und Bestellfreigaben. Teil des Plus-Angebots.Sehr tiefes natives Set: Angebotsverhandlung, Bestelllisten, Kontingente, Einkäuferrollen, kundenspezifische Kataloge.
    InternationalisierungMarkets bündelt Länder, Währungen, Sprachen und Domains in einer Storefront-Konfiguration.Hierarchie aus Websites, Stores und Store-Views mit eigener Katalog-, Preis- und Steuerlogik.
    Update- & WartungsaufwandPlattform-Updates laufen im Hintergrund. Dein Aufwand liegt bei Theme und Apps.Versionssprünge, Sicherheitspatches und Erweiterungskompatibilität sind geplante, wiederkehrende Projekte.
    ÖkosystemGroßer App Store mit standardisierter Installation. Qualität und Tiefe schwanken je Anbieter.Etabliertes Integrator- und Extension-Umfeld, plus Anbindung an die übrige Adobe-Suite.
    Time-to-MarketNeue Storefront oder neuer Markt in Wochen, wenn Prozesse nah am Standard bleiben.Längere Vorlaufzeit, weil Infrastruktur, Datenmodell und Deployment-Kette mitgebaut werden müssen.

    Was unterscheidet Shopify und Adobe Commerce grundsätzlich?

    Shopify ist ein gehostetes Produkt. Du mietest Plattform, Infrastruktur und Checkout und arbeitest innerhalb definierter Grenzen. Adobe Commerce ist eine lizenzierte Anwendung, die betrieben werden muss. Auch in der von Adobe verwalteten Cloud-Variante bleiben Applikation, Erweiterungen und Deployments in Deiner Verantwortung oder in der Deines Partners.

    Daraus folgt fast alles Weitere. Bei Shopify kannst Du den Kern nicht verändern, dafür trägt jemand anderes Verfügbarkeit, Sicherheit und Skalierung. Bei Adobe Commerce kannst Du praktisch jedes Verhalten überschreiben, zahlst dafür aber mit einem dauerhaften Team, das die Anwendung aktuell und lauffähig hält.

    Beide Wege sind legitim. Die Frage ist nicht, welches System mehr kann, sondern wo Du Dein Budget einsetzen willst: in Betrieb und Wartung oder in Sortiment, Content und Conversion. Wer diese Frage nicht bewusst beantwortet, entscheidet sie trotzdem — nur eben über die Betriebskosten der nächsten Jahre.

    Wie setzen sich die laufenden Kosten zusammen?

    Bei Shopify zahlst Du eine Abonnementgebühr, Zahlungs- und Transaktionsgebühren sowie die Apps, die Du einsetzt. Hosting, Skalierung und Plattform-Updates sind eingeschlossen. Die Kostenkurve ist dadurch gut vorhersagbar und hängt stärker an Deinem Umsatz als an Deiner technischen Komplexität. Überraschungen kommen fast nur aus dem App-Stapel.

    Bei Adobe Commerce besteht die Rechnung aus mehreren Posten: Lizenz beziehungsweise Subscription nach Umsatzstaffel, Hosting oder Cloud-Betrieb und ein laufendes Entwicklungsbudget für Updates, Sicherheitspatches und Erweiterungen. Der dritte Posten wird in Business Cases regelmäßig unterschätzt, weil er nie als eigene Position auf einer Rechnung auftaucht.

    Magento Open Source hat keine Lizenzkosten. Das verschiebt die Kosten, es senkt sie nicht: Hosting, Sicherheitspatches, Erweiterungen und Entwicklungsleistung bleiben vollständig bei Dir, und die tiefen B2B-Funktionen der kommerziellen Variante fehlen. Rechne die Open-Source-Variante deshalb nie als kostenlose Option durch, sondern mit ihrem Betriebsaufwand.

    Wie weit reicht die Erweiterbarkeit auf beiden Seiten?

    Adobe Commerce erlaubt Eingriffe bis in den Kern. Du kannst eigene Entitäten ergänzen, die Preisberechnung ersetzen und den Bestellprozess umbauen. Wenn Deine Geschäftslogik wirklich vom Markt abweicht, ist das ein echter Vorteil: Kein SaaS-System bietet diese Tiefe, und keine App-Kombination ersetzt sie vollständig.

    Shopify erweiterst Du außen herum. Apps übernehmen Funktionen, Functions decken eigene Rabatt- und Versandlogik ab, Metafelder tragen eigene Datenstrukturen, Webhooks und APIs verbinden die Systeme daneben. Das deckt sehr viel ab, aber nicht alles: Der Checkout bleibt in definierten Grenzen konfigurierbar, der Kern bleibt unantastbar.

    Der ehrliche Test ist Dein Backlog der letzten zwölf Monate. Bestehen die Sonderwünsche vor allem aus Preisregeln, Versandlogik und Datenanreicherung, reicht Shopify ohne Kompromiss. Setzen sie dagegen am Bestellobjekt oder am Katalogmodell selbst an, arbeitest Du auf Shopify dauerhaft gegen die Plattform statt mit ihr.

    Fragen, die den Unterschied sichtbar machen

    • Muss die Preisberechnung Regeln folgen, die kein Rabattmodell abbildet?
    • Braucht Dein Bestellprozess Zwischenschritte vor der eigentlichen Bestellung?
    • Hängen Katalogdaten an Strukturen, die kein Produkt-Varianten-Modell abbildet?
    • Müssen Bestandsregeln je Lager, Kunde und Kanal gleichzeitig gelten?

    Welches System deckt B2B besser ab?

    Adobe Commerce bringt B2B nativ und ungewöhnlich tief mit: Firmenkonten mit Unterkonten und Rollen, Angebotsverhandlung direkt im Shop, Bestelllisten, Kontingente und kundenspezifische Kataloge. Wer diese Prozesse vollständig im Shop abbilden will, findet hier den größeren Funktionsumfang, ohne zusätzliche Software einkaufen und integrieren zu müssen.

    Shopify deckt B2B über Firmenprofile, zugeordnete Preiskataloge, Zahlungsziele und Bestellfreigaben ab. Das trägt für Händler, deren Großhandel im Kern aus kundenspezifischen Preisen und wiederkehrenden Bestellungen besteht. Diese Funktionen gehören zum Plus-Angebot und nicht zu den kleineren Tarifen — das gehört in jede Kalkulation.

    Die Grenze verläuft beim Verhandlungsgeschäft. Sobald Angebote, Freigabeketten und Budgetkontrollen der reguläre Weg zur Bestellung sind, wird Shopify zum Integrationsprojekt mit Apps oder angebundenen Systemen. Bleibt es bei festen Katalogpreisen je Kunde, ist der Unterschied im Tagesgeschäft deutlich kleiner, als die Funktionslisten vermuten lassen.

    Wie gut lassen sich mehrere Länder und Marken abbilden?

    Adobe Commerce trennt Websites, Stores und Store-Views. Diese Hierarchie erlaubt getrennte Kataloge, Preise, Steuerregeln und Zahlungsarten je Ebene, in einer einzigen Installation. Für Häuser mit vielen Marken und Ländern, die sich fachlich stark unterscheiden, ist das bis heute eines der stärksten Argumente für das System.

    Shopify löst Internationalisierung über Markets: Länder werden zu Marktgruppen gebündelt, mit eigenen Währungen, Preisanpassungen, Sprachen und Domains, aber auf einem gemeinsamen Katalog. Das ist schneller aufgesetzt und einfacher zu pflegen, solange die Märkte im Kern dasselbe Sortiment mit unterschiedlichen Preisen verkaufen.

    Sobald Märkte oder Marken eigene Sortimente, eigene Produktdaten und eigene Prozesse haben, arbeitest Du auf Shopify eher mit mehreren Stores. Das ist machbar und wird oft gemacht, bedeutet aber getrennte Pflege. Genau an dieser Stelle lohnt der ehrliche Blick, wie unterschiedlich Deine Märkte wirklich sind.

    Was bedeutet der Umstieg von Magento 1 oder Magento Open Source?

    Magento 1 erhält seit Jahren keinen offiziellen Support mehr. Wer noch darauf betreibt, hält den Shop über Dienstleister-Patches am Leben und trägt das Risiko selbst. Das ist der häufigste reale Migrationsauslöser, den wir sehen — und einer, der irgendwann keine Terminverschiebung mehr zulässt.

    Magento Open Source ist weiterhin frei verfügbar und wird öffentlich weiterentwickelt. Es ist aber nicht die kommerzielle Variante: Das tiefe B2B-Set, die verwaltete Cloud und der Herstellersupport gehören zu Adobe Commerce. Wer von Open Source kommt, vergleicht deshalb selten wirklich Gleiches mit Gleichem.

    Der Wechsel von Magento zu Shopify ist in erster Linie ein Datenmodell-Projekt und kein Design-Projekt. Attribute, Attributsets, konfigurierbare Produkte und Kundengruppen müssen auf Produkte, Varianten, Metafelder und Kataloge abgebildet werden. Diese Entscheidungen fallen vor dem Import, weil sie die Handles und damit die Weiterleitungen bestimmen.

    Typische Auslöser für den Wechsel weg von Magento

    • Eine Version ohne offiziellen Support und wachsende Sicherheitsauflagen
    • Ein Versionssprung, dessen Aufwand einem Neubau nahekommt
    • Erweiterungen, die nach jedem Patch neu angefasst werden müssen
    • Ein Entwicklungsteam, das mehr wartet als weiterentwickelt
    • Fachbereiche, die für jede Änderung ein Ticket schreiben müssen

    Wartung und Updates im Alltag

    Auf Shopify laufen Plattform-Updates im Hintergrund. Dein Aufwand liegt beim Theme und beim App-Stapel: Apps müssen regelmäßig überprüft werden, weil jede zusätzliche App Ladezeit, Datenflüsse und eine weitere Abhängigkeit mitbringt. Der Aufwand ist real, aber planbar und deutlich kleiner als ein Versionssprung.

    Auf Adobe Commerce sind Versionssprünge und Sicherheitspatches eigene Vorhaben. Jede Erweiterung muss zur Zielversion passen, jede Anpassung erneut getestet werden. Das ist beherrschbar, wenn Budget und Team dafür fest eingeplant sind. Ohne diese Planung altert die Installation, bis der Sprung zum Projekt wird.

    Bewerte diesen Punkt nicht als Detail. Über eine Laufzeit von fünf Jahren entscheidet er häufig stärker über die Gesamtkosten als die Lizenz. Die nüchterne Frage lautet: Willst Du ein Team, das die Plattform am Laufen hält, oder eines, das am Geschäft arbeitet?

    FAQ

    Häufige Fragen

    Heißt Magento heute Adobe Commerce?

    Teilweise. Die kommerzielle Variante wird als Adobe Commerce vertrieben und enthält unter anderem das tiefe B2B-Funktionsset und die verwaltete Cloud-Variante. Daneben existiert Magento Open Source weiterhin als frei verfügbare Version mit öffentlicher Weiterentwicklung. Wenn im Gespräch von Magento die Rede ist, lohnt die Rückfrage, welche der beiden Varianten gemeint ist.

    Was kostet Adobe Commerce im Vergleich zu Shopify?

    Belastbare Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, weil Staffeln und Tarife sich ändern. Strukturell gilt: Bei Shopify zahlst Du Abonnement, Transaktionsgebühren und Apps, Hosting inklusive. Bei Adobe Commerce kommen Lizenz nach Umsatzstaffel, Hosting oder Cloud-Betrieb und ein dauerhaftes Entwicklungsbudget zusammen. Der letzte Posten entscheidet den Vergleich häufiger als die Lizenz.

    Kann Shopify unser B2B-Geschäft überhaupt abbilden?

    In vielen Fällen ja. Firmenprofile, kundenspezifische Preiskataloge, Zahlungsziele und Bestellfreigaben decken klassisches Großhandelsgeschäft ab. Die Grenze liegt beim Verhandlungsgeschäft: Angebote, mehrstufige Freigaben und Budgetkontrollen sind auf Adobe Commerce nativ und auf Shopify ein Integrationsthema. Prüfe deshalb zuerst, wie Deine Kunden tatsächlich bestellen, nicht welche Funktionen im Datenblatt stehen.

    Wie lange dauert eine Migration von Magento zu Shopify?

    Das hängt fast vollständig an Katalogkomplexität und Integrationen, nicht am Design. Ein überschaubarer Shop mit sauberen Daten und wenigen Schnittstellen geht schnell. Viele Attributsets, gewachsene Erweiterungen, ERP-Anbindung und mehrere Ländershops verlängern das Projekt deutlich. Den größten Zeitanteil verbrauchen erfahrungsgemäß Datenmodell-Entscheidungen und Abnahmen, nicht die technische Umsetzung.

    Verlieren wir bei einem Wechsel unsere Rankings?

    Ein Adresswechsel führt fast immer zu einer Phase schwankender Positionen, weil Suchmaschinen die neuen Adressen erst zuordnen müssen. Dauerhafte Verluste entstehen nicht durch den Wechsel selbst, sondern durch fehlende Weiterleitungen, dünnere Zielseiten und Sammelweiterleitungen auf die Startseite. Wer die Redirect-Liste aus dem Magento-Katalog heraus aufbaut, kommt in der Regel sauber durch.

    Können wir Magento behalten und nur das Frontend austauschen?

    Technisch ja, und für manche Häuser ist das der richtige Schnitt. Er löst aber nur Frontend-Probleme. Betriebs-, Update- und Wartungsaufwand bleiben vollständig bestehen, und Du betreibst zusätzlich eine zweite Codebasis. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Dein Backend fachlich trägt und ausschließlich die Storefront der Engpass ist.

    Wenn die Entscheidung steht

    Von Magento zu Shopify wechseln

    Datenmodell, Redirect-Konzept, B2B-Abbildung und Cutover — wie ein Wechsel von Magento oder Adobe Commerce zu Shopify konkret abläuft.

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    NICCOS begleitet Händler, die von Magento oder Adobe Commerce auf Shopify wechseln — und sagt es auch, wenn der Wechsel im konkreten Fall nicht die bessere Entscheidung ist.

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