Shopify-DATEV-Integration
Was DATEV in dieser Kette wirklich macht
DATEV ist Finanzbuchhaltung und Steuerberatung, kein Warenwirtschaftssystem. Es führt keine Artikelstammdaten, keine Bestände und keine Preise. Wer eine „DATEV-Integration“ sucht, meint fast immer etwas anderes: dass Shopify-Umsätze, Erstattungen und Gebühren als Buchungssätze bei der Steuerkanzlei ankommen, richtig kontiert und mit den passenden Steuerschlüsseln.
Deshalb sieht die Aufgabe anders aus als bei einem ERP. Es geht nicht um Synchronisation in beide Richtungen, sondern um eine saubere Übergabe in eine Richtung: aus Shopify oder aus dem vorgelagerten ERP heraus in ein DATEV-lesbares Format. Alles, was Bestand oder Artikel betrifft, gehört in ein anderes System. Wenn keines da ist, ist das die eigentliche Lücke.
Welche Objekte laufen in welche Richtung
Die vielen leeren Zeilen sind das Ergebnis, nicht ein Versehen: DATEV interessiert sich für Belege und Konten, nicht für Katalogdaten.
| Objekt | Richtung | Führendes System | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Artikel | kein Sync | - | DATEV führt keinen Artikelstamm. Dafür braucht es ein ERP oder PIM. |
| Bestand | kein Sync | - | Bestandsführung ist kein DATEV-Thema. |
| Preise | kein Sync | - | Preise entstehen im Shop oder ERP, nicht in der Buchhaltung. |
| Aufträge | Shopify → | Shopify | Bestellungen werden zu Erlösbuchungen mit Konto und Steuerschlüssel. |
| Gutschriften | Shopify → | Shopify | Erstattungen und Storni als eigene Buchungssätze, nicht als Korrektur am Original. |
| Kunden | Shopify → | Geteilt je Feld | Nur soweit Debitorenkonten geführt werden. Häufig reicht ein Sammeldebitor. |
| Buchungssätze | Shopify → | DATEV | Buchungsstapel im DATEV-Format, meist periodisch je Monat. |
Welcher Weg trägt
Übergabe aus dem ERP
Der sauberste Weg, wenn ein ERP im Spiel ist. Dort entstehen ohnehin Rechnung und Gutschrift, die Buchhaltungsübergabe hängt dort an. Shopify bleibt Verkaufskanal und muss die Buchhaltung nicht kennen.
Spezialisierte Buchhaltungs-App
Ohne ERP übernehmen Apps die Aufgabe: Sie lesen Bestellungen, Erstattungen und Auszahlungen aus Shopify und erzeugen einen DATEV-lesbaren Buchungsstapel. Der Aufwand liegt in der einmaligen Kontenzuordnung, nicht in der Technik.
Eigener Export
Sinnvoll bei ungewöhnlicher Kontenlogik oder mehreren Gesellschaften in einem Store. Ein eigener Export bildet genau Deine Regeln ab, braucht dafür aber die Kanzlei am Tisch, bevor die erste Zeile entsteht.
Typische Fallstricke
Zahlungsanbieter nicht verrechnet
Shopify Payments, PayPal und Klarna zahlen gesammelt und abzüglich Gebühren aus. Wer nur Bestellungen bucht, bekommt die Auszahlung nie sauber abgestimmt. Es braucht Verrechnungskonten je Anbieter und die Auszahlungsdaten dazu.
Steuerschlüssel und Auslandsumsätze
Verkäufe ins EU-Ausland, Kleinunternehmerregelungen und die Meldung über das One-Stop-Shop-Verfahren brauchen unterschiedliche Schlüssel. Die Zuordnung gehört mit der Steuerkanzlei festgelegt, nicht durch Ausprobieren im Buchungsstapel.
Gutschriften als Korrektur
Erstattungen dürfen den ursprünglichen Beleg nicht überschreiben. Sie sind eigene Buchungen mit eigenem Datum. Wer stattdessen den alten Umsatz reduziert, zerstört die Nachvollziehbarkeit zwischen Shop, Zahlungsanbieter und Buchhaltung.
Häufige Fragen
Kann DATEV Artikel und Bestände aus Shopify übernehmen?
Was wird an DATEV übergeben?
Wie werden Shopify Payments und PayPal richtig gebucht?
Brauche ich dafür ein ERP?
Wer entscheidet über die Kontenzuordnung?
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