ERP-Integration
Shopify-Sage-Integration
Sage anbinden. Erst die Produktlinie klären.
Für Händler mit Sage im Rücken, die wissen wollen, was ihre konkrete Sage-Linie an eine Shopify-Anbindung übergeben kann.
Wann sich die Kombination lohnt
Sage ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Familie: Sage 50, Sage 100, Sage b7, Sage X3 und Sage Intacct unterscheiden sich in Datenmodell, Schnittstellen und Betriebsmodell deutlich. Für eine Shopify-Anbindung ist deshalb die erste Frage nicht das Wie, sondern welche Linie und welche Version bei Dir laufen.
Was alle Linien gemeinsam haben: Sie sind für Auftragsabwicklung und Buchhaltung gebaut, nicht für Produktkommunikation. Der Shop übernimmt Darstellung und Verkauf, Sage bleibt für Beleg, Bestand und Zahlen zuständig. Diese Aufteilung funktioniert gut, solange sie ausgesprochen wird und nicht implizit bleibt.
Welche Objekte synchronisieren in welche Richtung
Die Tabelle beschreibt das übliche Muster für die auftragsorientierten Sage-Linien. Welche Objekte Deine Version tatsächlich freigibt, gehört in die Vorabprüfung.
| Objekt | Richtung | Führendes System | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Artikel | → Shopify | Sage | Artikelstamm aus Sage, oft begrenzt auf ein shopfähiges Teilsortiment. |
| Bestand | → Shopify | Sage | Verfügbare Menge statt Rohbestand, mit Sicherheitsbestand gerechnet. |
| Preise | → Shopify | Sage | Verkaufspreise und Preisgruppen aus Sage, Aktionen bleiben in Shopify. |
| Aufträge | Shopify → | Shopify | Shopify legt an, Sage übernimmt als Auftrag oder Rechnung. |
| Kunden | ↔ beidseitig | Geteilt je Feld | Anlage im Shop, Debitorennummer und Dublettenprüfung in Sage. |
| Lieferungen | → Shopify | Sage | Lieferschein aus Sage, Tracking zurück in den Shopify-Auftrag. |
| Gutschriften | → Shopify | Sage | Gutschrift in Sage, Rückerstattung über Shopify. |
Welches Integrationsmuster trägt
Connector aus dem Sage-Umfeld
Für die verbreiteten Linien gibt es Connector-Lösungen von Sage-Partnern und Drittanbietern. Der Nutzen hängt stark von Deiner Version ab. Prüfe vorab, welche Objekte der Connector tatsächlich abdeckt und wer ihn bei einem Sage-Update nachzieht.
iPaaS zwischen Shop und ERP
Eine Integrationsplattform lohnt sich, wenn neben Shopify weitere Kanäle oder ein Lagerdienstleister angebunden sind. Du bekommst Protokolle und Wiederholläufe, zahlst dafür laufend — und brauchst trotzdem eine belastbare Sage-Seite.
Eigene Middleware
Bei älteren oder stark angepassten Installationen oft der stabilste Weg: ein eigener Dienst, der genau die Objekte übersetzt, die Du brauchst. Der Aufwand liegt vorne, dafür gibt es keine Abhängigkeit von einem Connector-Fahrplan.
Typische Fallstricke
Die Linie zu spät klären
Angebote und Aufwandsschätzungen, die nur „Sage“ sagen, sind wertlos. Datenmodell und Schnittstellen unterscheiden sich zwischen den Linien so stark, dass ohne Version keine belastbare Planung möglich ist.
Buchhaltungssicht statt Verkaufssicht
Sage denkt in Belegen. Ein Shop denkt in Verfügbarkeit und Lieferzeit. Wenn nur der buchhalterische Bestand übertragen wird, zeigt der Shop Mengen an, die längst reserviert oder disponiert sind.
Produkttexte im ERP pflegen
Beschreibungen, Bilder und SEO-Felder gehören nicht in den Artikelstamm. Sobald sie dort landen, blockiert jede Textänderung einen ERP-Prozess — und Übersetzungen werden praktisch unmöglich.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Sage-Version lässt sich an Shopify anbinden?
Grundsätzlich alle auftragsorientierten Linien, aber über sehr unterschiedliche Wege. Cloud-Produkte bieten Programmierschnittstellen, ältere lokale Installationen arbeiten mit Import- und Exportdateien oder Datenbankzugriff. Die Version bestimmt Aufwand und Muster, deshalb steht sie am Anfang.
Gibt es einen offiziellen Shopify-Connector von Sage?
Das hängt an der Linie und ändert sich über die Zeit. Verbreiteter sind Lösungen von Sage-Partnern und Drittanbietern. Prüfe vor der Entscheidung, welche Objekte abgedeckt sind, wie Fehler sichtbar werden und wer bei einem Sage-Update nachzieht.
Kann Sage die Rechnungen für Shopify-Bestellungen schreiben?
Ja, und in den meisten Setups ist das der richtige Ort dafür. Shopify erzeugt die Bestellung, Sage macht daraus Auftrag, Lieferschein und Rechnung. Wichtig ist eine eindeutige Belegnummern-Logik, damit Shop und Buchhaltung dieselbe Bestellung meinen.
Was ist mit Zahlungen aus Shopify Payments und PayPal?
Zahlungen laufen über die Zahlungsanbieter, nicht über Sage. Für die Buchhaltung zählt die Zuordnung von Auszahlung, Gebühr und Beleg. Diese Verrechnung braucht ein eigenes Konzept — sie fällt bei keiner ERP-Anbindung automatisch mit ab.
Wie lange dauert so eine Anbindung?
Das hängt an Linie, Sortimentsbreite und Sonderlogik. Ein schmales D2C-Sortiment mit Standardobjekten ist überschaubar. Sobald Preisstaffeln, mehrere Lager oder B2B-Konditionen dazukommen, verschiebt sich der Aufwand von der Technik zur Klärung der Regeln.
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