Inhalt
- Wofür brauchst du diese Abnahmecheckliste?
- Was passiert mit Passwörtern und Logins beim Umzug?
- Warum entscheidet die E-Mail-Adresse über das Kundenkonto?
- Datenumfang und Grenzen des Kundenimports
- Wann ist ein vollständiger Bestellimport nicht sinnvoll?
- Wie gehst du mit der Newsletter-Einwilligung um?
- Checkliste: Kundenkonten bei der Shopify-Migration
- Wie nutzt du die Checkliste beim Probeimport?
- Wie sieht ein geprüfter Kundendatensatz aus?
- Vorbereitung für das Migrationsgespräch
- Quellen
Bei einer Shopify-Migration kannst du Kundenprofile übertragen. Für einen funktionierenden Zugang musst du zusätzlich Kontoart, E-Mail-Zuordnung und benötigte Bestellhistorie festlegen. Die folgende Checkliste trennt diese Entscheidungen vom technischen Dateiimport und gibt dir prüfbare Kriterien für die Freigabe.
Wofür brauchst du diese Abnahmecheckliste?
Mit dieser Checkliste legst du fest, welche Kundendaten nach dem Umzug nutzbar sein müssen. Sie hilft dir, Importergebnis, Anmeldung und Einwilligungsnachweise getrennt zu prüfen. Ich empfehle, die Freigabe an konkrete Testprofile zu binden: Eine erfolgreich hochgeladene Datei beweist noch nicht, dass ein Bestandskunde sein richtiges Konto erreicht.
Was passiert mit Passwörtern und Logins beim Umzug?
Shopify unterstützt die Übernahme von Passwörtern aus einem anderen Onlineshop per Kunden-CSV nicht. Die Dokumentation zum Kundenimport nennt diese Grenze ausdrücklich. Plane deshalb den Zugang nach dem Wechsel separat vom Import der Profildaten.
Was das für deine Kunden heißt, entscheidet die Kontoart:
| Kontoart | Anmeldung nach dem Umzug | Was du vorbereitest |
|---|---|---|
| Neue Kundenkonten | E-Mail-Adresse eingeben, 6-stelligen Code bestätigen, kein Passwort | Eindeutige E-Mail je Kunde, kurze Info an Bestandskunden |
| Klassische Kundenkonten, sofern noch im Einsatz | Einladung annehmen und ein neues Passwort setzen | Einladungs-E-Mail, Text und Versandzeitpunkt |
Shopify kennzeichnet klassische Kundenkonten inzwischen als veraltet (deprecated). Plane sie deshalb nicht unkritisch als neue Zielarchitektur ein. Prüfe benötigte Konto-Funktionen und Anpassungen vor dem Wechsel. Die Upgrade-Dokumentation findest du im Quellenverzeichnis. Ein Abschaltdatum wird hier nicht vorausgesetzt.
Warum entscheidet die E-Mail-Adresse über das Kundenkonto?
Bei den neuen Kundenkonten ist die E-Mail-Adresse der Schlüssel zum Konto. Gibt ein Kunde eine Adresse ein, zu der es in Shopify kein Profil gibt, legt Shopify laut der Hilfe zu den neuen Kundenkonten automatisch ein neues Profil an. Der Kunde ist dann angemeldet, sieht aber nichts aus seinem alten Konto. Hast du Bestellungen importiert, fehlen ihm genau die. Das kann beim Kunden den Eindruck eines Datenverlusts auslösen.
Prüfe diese möglichen Ursachen:
- Dubletten: Ein Kunde steht im Altsystem zweimal, etwa als Gast und mit Konto. Bei mehrfach vorhandener E-Mail-Adresse oder Telefonnummer importiert Shopify nur das letzte entsprechende Profil. Bereinige die Datei vorab, statt die Reihenfolge über das Ergebnis entscheiden zu lassen.
- Alte Adressen: Die gespeicherte Adresse ist nicht mehr erreichbar oder unterscheidet sich von der Adresse, mit der sich der Kunde anmeldet. Prüfe Schreibfehler und unbeabsichtigte Leerzeichen.
- Getrennte Gastbestellungen: Prüfe, ob Gastbestellungen und spätere Kontobestellungen zu unterschiedlichen Profilen gehören. Lege fest, welche Datensätze zusammengehören, und teste die Zuordnung im Zielsystem.
Datenumfang und Grenzen des Kundenimports
Der Kundenimport übernimmt Name, E-Mail, Telefon, Standardadresse, Tags, Steuerbefreiung und die Marketing-Einwilligungen. Einige Werte, die im Altsystem selbstverständlich sind, fehlen danach:
- Umsatz und Bestellanzahl: Total Spent und Total Orders importiert Shopify nicht. Prüfe Bestellhistorie und die angezeigten Kennzahlen getrennt im Probeimport; die CSV-Spalten ersetzen keinen Bestellimport.
- Kundengruppen und Treuestufen: Beides braucht ein Ziel in Shopify, zum Beispiel Tags oder Metafelder. Lege für jedes Merkmal fest, welche Funktion es im neuen Shop steuert. Ein importierter Tag ersetzt beispielsweise nicht die Funktion einer Treue-App.
- Guthaben, Bonuspunkte und Bewertungen: Prüfe im Altsystem und je verwendeter Erweiterung, welches Zielsystem diese Daten verwenden soll und welchen Importweg es unterstützt.
- Weitere Adressen: Die Adressspalten im CSV beschreiben die Standardadresse. Plane weitere Lieferadressen deshalb bewusst ein.
Halte Sonderdaten in einer eigenen Liste fest. Dokumentiere pro Feld den Importweg, den Verantwortlichen und die Prüfung im neuen Shop. Für den Ausgangsshop findest du ergänzende Informationen zu Magento zu Shopify, Shopware zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.
Wann ist ein vollständiger Bestellimport nicht sinnvoll?
Entscheide nach dem benötigten Zugriff, nicht nach der Größe der Exportdatei. Ein Kundenprofil und eine Bestellhistorie sind zwei getrennte Importaufgaben.
| Auswahlkriterium | Historie in Shopify übernehmen | Zugriff außerhalb von Shopify prüfen |
|---|---|---|
| Kunden sollen alte Käufe im Konto sehen | Importweg und sichtbare Bestelldaten testen | Reicht für dieses Ziel nicht aus |
| Nur der Kundenservice braucht alte Vorgänge | Zusätzlichen Nutzen gegen Importaufwand abwägen | Kann genügen, wenn Zugriff und Aufbewahrung geklärt sind |
| Daten sind lückenhaft oder nicht eindeutig zuordenbar | Erst Zuordnung klären | Keine ungeprüfte Historie importieren |
Der Bestellimport ist deshalb eine eigene Entscheidung und kein Standardschritt. Shopify bietet im Admin keinen CSV-Import für Bestellungen. Laut der Shopify-Hilfe zur Migration kommen historische Bestellungen über Migrations-Apps oder über die Order API und die Transaction API in den Shop, und zwar nach Produkten und Kunden. Ein Import lohnt sich, wenn deine Kunden ihre Historie im Konto sehen sollen, etwa für Nachbestellungen oder Treuevorteile. Wenn der Kundenservice mit einem getrennten Archiv arbeiten kann und Kunden keine Historie im neuen Konto benötigen, kann der Verzicht auf einen Bestellimport sinnvoll sein. Kläre dann, wer diesen Zugriff braucht und wie lange die alte Umgebung erreichbar bleibt.
Wie gehst du mit der Newsletter-Einwilligung um?
Die Spalte Accepts Email Marketing kennt nur yes oder no. Die Einwilligung für SMS ist eine eigene Spalte. Übertrage den vorhandenen Status für jeden Kanal getrennt. Leite eine SMS-Einwilligung nicht aus dem E-Mail-Status ab.
Dokumentiere neben dem technischen Status auch den vorhandenen Einwilligungsnachweis. Bei einer auf Einwilligung gestützten Verarbeitung musst du laut Art. 7 Abs. 1 DSGVO nachweisen können, dass eine Person eingewilligt hat. Setze niemanden auf yes, nur weil er irgendwann bestellt hat. Fehlt der Nachweis, behandle den Kontakt nicht allein aufgrund einer früheren Bestellung als Newsletter-Abonnenten. Kläre den zulässigen Umgang vor dem Versand. Eine E-Mail mit der Bitte um erneute Einwilligung ist nicht automatisch erlaubt. Für die technische Datenschutz- und Tracking-Seite gibt es die Übersicht zu Shopify Consent und Datenschutz; sie ersetzt keine rechtliche Bewertung der Newsletter-Einwilligung.
Checkliste: Kundenkonten bei der Shopify-Migration
- Profilzahl: Export, bereinigte Importdatei und importierte Profile sind nachvollziehbar abgeglichen. Übersprungene Datensätze sind geklärt.
- Identität: Testkunden melden sich mit der vorgesehenen Adresse an und landen im richtigen Profil.
- Datenfelder: Name, Standardadresse und vereinbarte Zusatzfelder stimmen mit dem freigegebenen Export überein.
- Funktionen: Treuestufe, Rabatte und weitere benötigte Konto-Funktionen sind im Zielsystem geprüft.
- Bestellhistorie: Bei beschlossenem Bestellimport stimmen Zuordnung und vereinbarter Umfang. Ein erfolgreicher Dateiimport allein gilt nicht als Abnahme.
- Marketingstatus: Die Werte sind je Kanal geprüft; Nachweise sind auffindbar und ungeklärte Kontakte vom Versand ausgeschlossen.
- Wiederanlauf: Der Originalexport ist gesichert. Bei einem fehlgeschlagenen Probeimport ist festgelegt, wer den nächsten Import freigibt und wie vorhandene Zielprofile vorher geprüft werden.
- Kommunikation: Der Hinweis zur neuen Anmeldung passt zur gewählten Kontoart. Zuständigkeit und Supportweg stehen fest.
Wie nutzt du die Checkliste beim Probeimport?
Kopiere die acht Punkte in dein Abnahmeprotokoll. Ergänze je Punkt Testprofil, Sollwert, Istwert, verantwortliche Person und Ergebnis. Prüfe zuerst wenige repräsentative Profile: Gastbestellung, bestehendes Konto, Dublette und Kontakt ohne belegte Marketing-Einwilligung. Dokumentiere Abweichungen vor dem vollständigen Import. Gib einen Punkt erst frei, wenn das festgelegte Ergebnis im Zielshop geprüft wurde.
Wie sieht ein geprüfter Kundendatensatz aus?
Ein fiktives Prüfbeispiel: Eine Kundin steht im Export zweimal, einmal als Gast mit drei Bestellungen und einmal mit Konto und zwei Bestellungen. Beide Datensätze scheinen dieselbe Person zu betreffen. Das ist eine Prüfannahme, noch keine Freigabe zum Zusammenführen.
Vergleiche Identität, Kontaktdaten und Einwilligungsnachweise. Dokumentiere, welches Zielprofil welche Daten erhält. Wurde die Übernahme aller fünf Bestellungen beschlossen, lautet ein Abnahmekriterium: Nach der Testanmeldung sind genau diese fünf Vorgänge im richtigen Profil sichtbar. Das Ergebnis muss der Probeimport zeigen; die gemeinsame E-Mail-Adresse allein beweist es nicht.
Bleibt eine Bestellung unzugeordnet, prüfe zuerst die Verknüpfung im gewählten Importwerkzeug. Ändere nicht wahllos E-Mail-Adressen, um eine Zuordnung zu erzwingen. Für nachträgliche Dubletten gibt es die Shopify-Funktion zum Zusammenführen von Kundenprofilen. Sie hat Einschränkungen und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Vorbereitung für das Migrationsgespräch
Bring eine Feldliste, die gewünschte Kontoart und deine Entscheidung zur Bestellhistorie mit. Markiere offene Punkte: Dubletten, zusätzliche Adressen, Treueprogramme und Einwilligungsnachweise. So lässt sich der Importumfang besprechen, ohne eine vollständige Übernahme vorauszusetzen. Für die Abstimmung mit NICCOS kannst du den Kontakt nutzen.
Quellen
- Shopify Help Center: Importing and exporting customer lists; abgerufen am 08.11.2026
- Shopify Help Center: Customer accounts; abgerufen am 08.11.2026
- Shopify Help Center: Upgrading to customer accounts; abgerufen am 08.11.2026
- Shopify Help Center: Migrating to Shopify; abgerufen am 08.11.2026
- Shopify Help Center: Managing customers; abgerufen am 08.11.2026
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2016/679, Artikel 7; 2016













