Inhalt
Die Kurzfassung
- GDI ERP bleibt das operative System für Warenwirtschaft und Auftragsprozesse, während Shopify Storefront, Checkout und Commerce Experience übernimmt.
- Eine Middleware entkoppelt beide Plattformen, übersetzt Datenmodelle und macht Übertragungsfehler kontrollierbar.
- Vor der Entwicklung müssen Datenhoheit, Richtung, Frequenz und Fehlerpfad für jedes Objekt feststehen.
- Bei PHARMOS NATUR wurde GDI ERP im Zuge der Migration von Shopware 6 zu Shopify Plus über eine Middleware in die neue Architektur eingebunden.
Welche Aufgabe hat die GDI-Shopify-Anbindung?
Die Anbindung verbindet den Verkaufskanal Shopify mit den operativen Prozessen in GDI ERP. Shopify ist für Produktpräsentation, Customer Journey und Checkout optimiert. Im ERP laufen dagegen Warenwirtschaft, Aufträge und die nachgelagerten Abläufe zusammen. Beide Systeme brauchen dieselben Geschäftsvorfälle, modellieren sie aber unterschiedlich.
GDI beschreibt seine Vision Business-Line als Warenwirtschaft für Einkauf, Lager, Auftragsbearbeitung und Reporting. Für den E-Commerce nennt GDI unter anderem Stammdaten, Preise, Lagerwerte, Bestellungen sowie Liefer- und Trackinginformationen als relevante Austauschobjekte. Welche davon ein konkretes Shopify-Setup tatsächlich synchronisiert, wird projektspezifisch entschieden. Quelle: GDI Software zur E-Commerce-Anbindung.
Warum eine Middleware zwischen GDI ERP und Shopify?
Eine Middleware verhindert, dass der Shop direkt von der Verfügbarkeit und vom Datenmodell des ERP abhängt. Sie nimmt Ereignisse entgegen, validiert sie, übersetzt Felder und Statuswerte und übergibt sie kontrolliert an das Zielsystem. Dadurch bleibt Shopify erreichbar, wenn GDI oder eine einzelne Schnittstelle kurzfristig nicht antwortet.
Die Integrationsschicht ist außerdem der richtige Ort für Regeln, die keinem der beiden Standardsysteme allein gehören: Markt- und Standortzuordnung, Mapping von Zahlungs- und Versandarten, Bündelauflösung, Statusübersetzung oder der Ausschluss nicht verkaufsfähiger Artikel. Diese Logik bleibt damit nachvollziehbar und testbar, statt über Themes, Apps und ERP-Skripte verteilt zu werden.
Welches System führt welche Daten?
Für jedes Feld braucht es genau ein führendes System. Ohne diese Entscheidung überschreiben sich ERP und Shop gegenseitig. Häufig führt GDI Artikelnummern, operative Preise, verfügbare Bestände und Auftragsstatus. Shopify führt verkaufsnahe Inhalte, Medien, Metafelder, Navigation und Checkout-Daten. Die konkrete Aufteilung richtet sich nach den bestehenden Prozessen.
Die wichtigste Integrationsentscheidung ist nicht der Endpunkt, sondern die Datenhoheit: Wer darf welchen Wert ändern?
Welche Datenflüsse sind typisch?
| Objekt | Typische Richtung | Wichtige Entscheidung |
|---|---|---|
| Artikel und Varianten | GDI ERP → Middleware → Shopify | Welche Felder sind Stammdaten, welche bleiben Commerce-Content? |
| Preise und Bestände | GDI ERP → Middleware → Shopify | Welche Preislisten, Lager und Reservierungen zählen? |
| Bestellungen | Shopify → Middleware → GDI ERP | Wann gilt ein Auftrag als übergabefähig und eindeutig? |
| Kunden- und Adressdaten | projektspezifisch | Wie werden Dubletten, Gastbestellungen und Einwilligungen behandelt? |
| Fulfillment und Tracking | GDI ERP → Middleware → Shopify | Wie werden Teilversand und mehrere Pakete abgebildet? |
| Storno und Retoure | bidirektional nach Prozess | Welches System löst Buchung, Bestand und Erstattung aus? |
Wie wird die Integration betriebssicher?
Eine produktive Middleware braucht mehr als erfolgreiche API-Aufrufe. Bestellungen dürfen bei einem Timeout nicht verschwinden und bei einem erneuten Versuch nicht doppelt angelegt werden. Dafür braucht es eindeutige Schlüssel, idempotente Verarbeitung, Warteschlangen, Retry-Regeln, Protokollierung und einen sichtbaren Fehlerstatus.
- Jeder Auftrag erhält eine systemübergreifend eindeutige Referenz.
- Fehlgeschlagene Übertragungen bleiben sichtbar und können kontrolliert wiederholt werden.
- Mapping- und Validierungsfehler werden von temporären Verbindungsfehlern getrennt.
- Monitoring prüft nicht nur technische Erreichbarkeit, sondern auch fachliche Vollständigkeit.
- Änderungen an Feldern, Regeln und API-Versionen laufen über Tests und versionierte Releases.
Wie sieht das bei PHARMOS NATUR aus?
Bei PHARMOS NATUR wurde GDI ERP im Zuge des Replatformings von Shopware 6 auf Shopify Plus über eine Middleware angebunden. Das ERP bleibt in den operativen Abläufen verankert, während Shopify Plus die neue Commerce-Plattform bildet. Die Integrationsschicht trennt beide Verantwortungsbereiche und übersetzt die benötigten Prozesse kontrolliert.
Das ist besonders wichtig, weil der neue Shop nicht nur Produkte verkauft. Er verbindet Green-Luxury-Content, digitale Beratung, ein internationales Setup und eine Custom App für mehr als 400 Partner. Die GDI-Anbindung ist deshalb kein isolierter Connector, sondern Teil der gesamten Commerce-Architektur.
Wie läuft ein Integrationsprojekt ab?
- Discovery: Prozesse, Datenobjekte, Volumen, Ausnahmen und beteiligte Systeme aufnehmen.
- Ownership-Matrix: Für jedes Feld Quelle, Ziel, Richtung und Änderungsrecht festlegen.
- Mapping: IDs, Varianten, Preise, Steuern, Lagerorte, Zahlungen, Versand und Statuswerte übersetzen.
- Technischer Aufbau: Endpunkte, Queue, Validierung, Protokollierung, Retry und Monitoring umsetzen.
- Tests: Normalfälle, Teilfehler, Wiederholungen, Storno, Retoure und Lastspitzen prüfen.
- Cutover: Datenfreeze, letzte Synchronisation, fachliche Abnahme und überwachten Go-live planen.












